Vorbiblische Gottesbilder

 

Der Mensch schuf Götter nach seinen Bildern

 

Der Glaube hat Gott immer nur in Bildern, und in Bildern hat er ihn wirklich – aber in keinem Bild geht Gott ganz auf.

(Heinz Zahrnt)

 

Gottesbilder, also Bilder über Gott, entstammen stets dem menschlichen Bewusstsein und sind sehr eng mit dem jeweils existierenden Weltbild verbunden, wobei  das individuelle Gottesbild zusätzlich von der   Sichtweise des Individuums abhängt, die mehr oder weniger fundiert, säkularisiert, sowohl fundamentalistisch konservativ, als auch progressiv oder liberal sein kann und vor dem Hintergrund eines ethnischen und geografischen Kulturkreises gesehen werden muss.  Deswegen sind zu einem bestimmten Zeitpunkt stets mehrere Gottesbilder präsent. Man bezeichnet Gottesbilder als anthropomorph, wenn   sie der menschlichen Denkweise entstammen (und das tun sie alle), den Menschen als Vorstufe zur Gottheit interpretieren und deshalb die Gottheiten mit sehr menschlichen Eigenschaften ausstatten.

 

 

Magisch-animistische Gottheiten.

 

Gute und böse magische Geister in einer beseelten Natur. (Naturgeister). Segnungen, Verfluchungen, Verzauberungen, Ahnenkult. Schamanen, Magier,  Voodoo. Talismane, Amulette.

In seinem Werk "Primitive Kulturen" (1871) stellte der englische Ethnologe Sir Edward Burnett Tylor die These auf, dass alle Religionen, von der einfachsten bis zur komplexesten, irgendeine Form von Animismus enthalten. Er benutzte den Begriff, um den Ursprung von Religionen und primitivem Glauben zu beschreiben.
Nach Tylor glauben „primitive Völker”, dass der Geist bzw. die Seele die Ursache menschlichen Lebens sei. Diese Völker stellen sich eine Seele als Phantom vor, das von einem Menschen in einen anderen, und von Pflanzen und Tieren zu leblosen Gegenständen wandern kann. Mit animistischen Religionen wurden zudem sehr unterschiedliche Glaubensvorstellungen zusammengefasst, deren hauptsächliche Gemeinsamkeit die Nicht-Zugehörigkeit zu so genannten Hochreligionen ist.

 

 
 

        

          

 

 

Die ägyptischen Götter wurden mit menschlichen Körpern und Menschen- oder Tierköpfen dargestellt und durch charakterisierende Symbole ergänzt, wobei das Tier jeweils eine bestimmte Eigenschaft der Gottheit repräsentierte. So hatte Re, der mit einer Sonnenscheibe abgebildet wurde, einen Falkenkopf, d. h. seine Darstellung vermischte sich mit der des falkenköpfigen Himmelsgottes Horus. Anubis besaß den Kopf eines Schakals, weil diese Tiere in alten Zeiten die Wüstengräber geplündert hatten. Mut war geier- und Thot ibisköpfig, Ptah dagegen wurde mit einem Menschenkopf, zuweilen jedoch auch als Stier dargestellt und Apis genannt. In der Spätzeit begannen die Tiere selbst wegen ihres Bezugs zu den Göttern Verehrung zu genießen und wurden in der Zeit nach der 26. Dynastie auch als Gattung angebetet.

 

 

                            Horus                  Chnum               Anubis               Amun-Re und Mut

 

        

                         Maat, Hüterin der Weisheit                        Göttlicher Skarabäus

 

    

                                       Sonnengott Re auf der abendlichen Fahrt nach Westen

 

 

 

In der indischen Mythologie findet sich eine verwirrende Buntheit von Mythen aus sehr unterschiedlichen Quellen. Diese Mythen stammen aus der alten vedischen Religion, dem Brahmanismus, Hinduismus, dem Buddhismus, dem Jainismus und der tantrischen Lehre. Die Vielfalt der Mythen wird noch dadurch gesteigert, dass jede Region in Indien über eigene Mythen oder Varianten von gesamtindischen Mythen verfügt.

Mythendichtung hat in Indien eine lange Geschichte. Die frühesten Mythen finden sich im Veda, einer Sammlung religiöser Texte, die in ihren frühesten Teilen älter als 3000 Jahre ist. Die heutige indische Mythologie findet ihre unerschöpfliche Quelle in den beiden großen Epen, dem Mahabharata und dem Ramayana. In diesen Epen wird das Leben der göttlichen Helden Krishna und Rama erzählt. Beide Werke entstanden in den Jahrhunderten um die Zeitenwende. Viele hinduistische Mythen entstammen auch den Puranas, Erzähltexten, die größtenteils jünger als die Epen sind.

 

          Brahma                                                                Vishnu             

 

            Shiva               

 

 


            

                 Bodhisattva Scho-Kwannon                          Ganesha                                    Krishna

                           

 

          

                        Rama und Sita                                                       Kaali

 

 

         

                                                     Kama (Liebesgott)                      Bhaisajya Tathagata (Tibet)

                                                           

 

 

Vishnu und Lakshmi   

Auf Garuda, dem Himmelsadler

 

 

 

 

Klassisch mythische Götter

 

Die griechische Mythologie entstand aus einer Vermischung der Glaubensvorstellungen der vorgriechischen Bevölkerung mit denen der von Norden her eingewanderten griechischen Kolonisten. In dieser Volksreligion mischten sich Vorstellungen lokaler Gottheiten mit Personifizierungen von Naturkräften. Eine weitere bedeutende Quelle stellen die religiösen Vorstellungen der Bewohner von Kreta dar, wo um 3000 v. Chr. die minoische Kultur entstand. Die Kreter glaubten, dass alle Dinge beseelt seien und bestimmte Gegenstände oder Fetische über besondere magische Kräfte verfügen. Im Laufe der Zeit führten diese Überzeugungen zu einer Reihe von Legenden, die Gegenstände, Tiere und Götter in Menschengestalt zum Thema hatten. Einige dieser Legenden gingen in die klassische griechische Mythologie ein.


 
 

 

                         

                       Zeus                                          Aphrodite                                     Hermes

 

             

                    Poseidon                                            Athene                          Kronos (Saturn)                                                                                                                         seinen Sohn verspeisend    

 

 

                                                      R ö m i s c h e T r i a d e

                    Jupiter                                        Juno                                     Minerva         

             

                                                                              Pegasus

 

 

Mysterienkulte: Eleusinische Mysterien, Dionysoskult, Orphik

 

Mysterien waren religiöse Feiern in der Antike, die meist im Geheimen stattfanden und teilweise orgiastischen Charakter hatten. Die Riten, die von Initiierten ausgeübt wurden, betrafen in vielen Fällen das Weiterleben nach dem Tod oder die Fruchtbarkeit. Die Mysterien bestanden aus Reinigungen, Opferungen, Prozessionen, Gesängen, Tänzen und Theateraufführungen. Oft wurden die Geburt, das Leiden, der Tod und die Auferstehung eines Gottes in dramatischer Form dargestellt. Die Mysterien schienen auf zweierlei zu zielen: einerseits Trost zu spenden und moralische Einweisungen für das Leben auf Erden zu geben, andererseits Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod zu wecken.

Die frühesten und wichtigsten griechischen Mysterien waren die orphischen, die dionysischen und die Eleusinischen Mysterien. Die orphischen Mysterien gehörten zu einem mystischen Kult, der, wie es in der Überlieferung heißt, von dem legendären Orpheus gegründet wurde, dem ein großer Teil der religiösen Literatur zugeschrieben wurde. Noch berühmter waren die Eleusinischen Mysterien in Eleusis in Attika, die den Göttinnen Demeter und Persephone geweiht waren. Mit diesen Gottheiten wurden Pluto, Gott der Unterwelt, und Dionysos, Gott der Fruchtbarkeit sowie des Weines, und andere Götter in Verbindung gebracht. Die Anbetung des Dionysos oder Bacchus war in Athen mit Festen, Prozessionen sowie mit musikalischen und dramatischen Aufführungen verbunden. Später wurden die dem Dionysos geweihten Mysterien Anlässe zu Trunkenheit und Orgien. Sie wurden in Theben und später überall in Griechenland verboten. Als Bacchanalien wurden diese Riten Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Rom eingeführt. Zuerst waren an diesen Mysterienhandlungen nur Frauen beteiligt. Als auch Männer daran teilnehmen durften, argwöhnte man grobe Unsittlichkeiten bei den Versammlungen, und im Jahr 186 v. Chr. versuchte der römische Senat, die Riten zu verbieten.

 
 

                  

                             Dionysos mit Nymphen und Satyrn                         Orpheus verliert Eurydike in den Hades

 

                   

                                 Dionysos kehrt zurück                ELEUSINIA -              Demeter               Persephone

 

 

Merke: Ein Mythos, der auf einem anderen Mythos aufbaut wird zur Legende. Ein Mythos, der auf einer Legende aufbaut, wird zum Märchen.

"Sie glaubt an Gott, aber sie glaubt auch, dass das Radio wegen der winzigen Leute darin funktioniert".
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, *1935)

 

 

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