Maria, die Konzilien und der Heilige Geist

 

Für das Verständnis des Verhältnisses Marias zum Heiligen Geist ist es erforderlich, einen Blick auf die "Geistesgeschichte" der Kirche und auf die ersten Konzilien zu werfen.

 

Gottes Heiliger Geist ist in der Geschichte der christlichen Kirche mannigfach gezähmt und in Gefäßen aufgefangen worden... Wo der Geist trotzdem über die Mauer sprang und Menschen - ohne kirchliche Vermittlung und theologischen Freigabebescheid - erfasste, disziplinierte man die "Be-geisterten", und so wurde die Geistesgeschichte des Christentums auf weite Strecken identisch mit der Ketzergeschichte.

(Heinz Zahrnt, Theologe)

 

Beginnen wir mit dem Heiligen Geist.

 

Der Geist (Gottes) spielt in den überlieferten palästinensisch-christlichen Schriften des ersten Jh. keine nennenswerte Rolle. Erst in den Texten der Diasporajudenchristen handelt Jesus in Einzelfällen "geisterfüllt", ohne dass der Geist dabei mehr ist, als eine Eigenschaft Gottes. Auch die Lehren der synoptischen Evangelien (Mk, Mt, Lk), welche die christliche Theologiegeschichte der ersten neunzig Jahre des ersten Jahrhunderts umfassen, kennen keinen göttlichen Geist als eigenständige Größe.

Begründet man die Trinität aus der Bibel heraus, z.B. mit dem Taufbefehl bei Mt 28,19: "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes...", so darf man dabei nicht Ursache und Wirkung verwechseln:

1. Das Matthäusevangelium wurde ca. 80 nach Christus geschrieben. Solange das junge Christentum überwiegend jüdische Gläubige in Palästina und in der Diaspora missionierte, war der Übertritt der Juden zum Christentum in bekennender Weise hinreichend bekräftigt, wenn sie sich auf den Namen Jesu taufen ließen, da sie sich zum Vater des "Alten Testamentes" ja schon bekannten. (Apg 2,38; 8,16; 10,48; 19,5). Noch bis ins 4. Jh. hinein lassen sich Taufen alleine auf Jesus Christus nachweisen. Wenn aber "Heiden" zum Christentum übertraten, war diese Formel nicht mehr ausreichend, da sie sich sowohl zum Vater, als auch zu Jesus, dem Sohn neu bekennen mussten um ihnen im "Geiste" nachzufolgen. Die Taufformel spiegelt also die Situation der Heidenmission zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Evangeliums wieder - dessen Urheber ein Diasporajudenchrist ist - und es hatte sich bereits "triadisch" modifiziert, wobei der Geist hier noch nicht als "Person" sondern als Eigenschaft verstanden wurde.

2. Seit der Aufklärung wurde der trinitarische Taufbefehl des Matthäusevangeliums immer wieder angezweifelt. Die gesamte historisch kritische Forschung stuft ihn als Fälschung ein. (z. B. Ackermann, Dibelius, Bultmann, Lietzmann, E. Meyer, Heitmüller, Bornkamm, Schweitzer, Harnack, u. a.). Wie hätte auch Jesus, dessen Lehren im sonstigen Kontext der Evangelien jedes auch noch so geringe Anzeichen einer Trinität  fehlt, eine Taufe auf einen dreieinigen Gott anordnen können? Wie hätte er, der nur von seinem Vater im Himmel sprach und der von seiner späteren "Vergottung" durch die Kirche nichts wusste, sich als Teil eines dreieinigen Gottes identifizieren können?

Und auch der Schreiber dieses Evangeliums konnte in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. noch nichts von einem dreifaltigen Gott wissen.

Das ändert sich im 2. Jahrhundert mit den Kirchenvätern Irenäus und Tertullian.

Sie greifen den biblischen Monotheismus und die Logosspekulationen der Apologeten auf, erweitern sie um den Geist und erhalten als Ergebnis eine Kombination aus einem innergöttlichen, immanenten Vatergott als monotheistischem Element und dem Logos als Sohn sowie dem Geist als handelnde Elemente, die sich erst seit dem "Anfang" für die Aufgaben der Schöpfung und Erlösung  manifestierten. Diese drei Elemente oder Prinzipien werden als Hypostasen (Personifizierung göttlicher Attribute) aufgefasst und bilden die Trinität, die Dreifaltigkeit Gottes. D.h. erst mit der "Ökonomie", dem Tätigwerden Gottes bei der Schöpfung und den folgenden heilsgeschichtlichen Schritten entfaltet sich eine Trinität, welche den Geist einschließt; der Begriff "Trinität" wird zum ersten Mal von Tertullian (*ca. 160, gest. ca. 230) gebraucht.

Begünstigt wird dieser Vorgang in der Folge, vor allem im 3. Jahrhundert, durch die griechische und hellenische Philosophie, in welcher der Gedanke einer Zweiheit oder Dreiheit des Göttlichen, wie bereits im Kapitel über  den Logos geschildert, eine große Rolle spielt. Alle Vielfalt des Kosmos wurde auf eine letzte innere Ursache, ein immanentes Prinzip der Welt zurückgeführt, welches einfach und unveränderlich war (hellenistischer Monismus im Gegensatz zum Dualismus oder Pluralismus), dann aber durch den Vorgang der Weltschöpfung sein Prinzip der Einfachheit und Unveränderbarkeit verlor, weswegen ein zweites Prinzip notwendig wurde, selbst göttlich, aber niedrigeren Ranges und aus dem ersten Prinzip hervorgehend zum Zwecke der Weltschöpfung. Es wurde, wie in der Gnosis, als Demiurg (Weltschöpfer), wie auch Logos (Wort) und Noûs (Geist) bezeichnet.

Im Neuplatonismus (ab dem 3. Jh.) wurde ein drittes Prinzip geltend gemacht, da das zweite Prinzip noch als aller Pluralität fern stehend angesehen wurde, sodass es nicht schon selbst die Welt gründen konnte. So verstand man den Bereich des Göttlichen dreigegliedert: 1. das Eine (tò hén), das keine Bestimmung in sich tragen kann, auch nicht das Sein; 2. der Geist (ho noûs), welcher  der idealen Welt Platons entsprach, und 3. die Weltseele (he psyché), die den Kosmos immanent (ihm innewohnend) begründet. 

In der Folge ging es dann um die Unterstellungsverhältnisse (Subordinatianismus), nämlich welche der drei Hypostasen  der "Boss" ist und  das "Sagen" hat, wer wem untersteht; wer wen erschaffen hat, falls überhaupt, bzw. waren  alle, ineinander verschachtelt, vielleicht doch schon immer da?

Zur Fortentwicklung des Geistes sollen noch zwei Kirchenväter  bzw. -lehrer (unter vielen anderen Spekulanten) Erwähnung finden: (1.) Basilius von Cäsarea (ca. 330 - 370).

In seiner Anthropologie spielt es eine wichtige Rolle, dass der Mensch ein "Bild" (eikón) Gottes ist. (Gen 1,26). (Was nicht jeder seiner Zeitgenossen so sah:

 

"Die Frau muss das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist".
(Ambrosius, Kirchenlehrer, 339-397)

 

 Das heißt aber für Basilius, dass der Mensch in einer "naturalen" Verwandtschaft, von seiner geistigen Natur her, auf Gott hingeordnet ist und sich somit nur selbst verwirklichen kann, wenn er Gott "nachahmt" (mímesis theú), indem er ohne Sünde und böse Leidenschaften lebt. Für dieses Ziel muss der "Geist", der die Menschen dabei leitet, selbst göttlich sein und wird von ihm, erstmals in der Theologiegeschichte, als eigenständiger, göttlicher Heilsbringer angesehen, der kein "Geschöpf" Gottes ist, sondern als Hypostase ein Teil von diesem. So stellt er fest: "Man muss die mit dem Banne belegen, die sagen, der Heilige Geist sei ein Geschöpf".

Bei der Übertragung dieser Theorien vom Griechischen ins Lateinische kamen sprachliche Probleme dazu. Im Lateinischen wurde hypóstasis mit substantia übersetzt, was z. B. für Hieronymus ketzerisch klang. Auch für (2.) Augustinus (354–430) gab es bei der sprachlichen Übertragung Schwierigkeiten,

zwischen "(homo)usía" (wesensgleich) und "hypóstasis" zu unterscheiden. Ein solcher Bedeutungsunterschied war ihm "bisher unbekannt und deswegen überraschend." Er spricht von der "essentia" Gottes und erläutert: "Wesen heiße ich das, was man im Griechischen mit usía ausdrückt. Dafür ist bei uns das Wort Substanz gebräuchlicher: Die Griechen sprechen freilich auch von Hypostase. Doch weiß ich nicht, wie sie Usia und Hypostase unterscheiden wollen." Augustinus lehnte jede ökonomische Hilfestellung (Tätigwerden) für die Umschreibung der Besonderheiten der Trinität ab, ebenso waren für ihn qualitative sprich substantielle Unterschiede der drei Personen in Gott undenkbar. Er lehrte Vater, Sohn und Geist als "relationale Realitäten": "Die Aussagen, welche in eigentümlicher Weise je eine Person in der Dreieinigkeit betreffen, besagen keine absolute Wirklichkeit, sondern das Verhältnis der drei Personen zueinander oder ihr Verhältnis zur Schöpfung... Vater ist also ein relationaler Ausdruck, ebenso Urgrund oder eine ähnliche sonstige Bezeichnung... Weiterhin ist Sohn ein relationaler Ausdruck, ebenso Wort (Anm. logos) und Bild (Anm. eikón)... und auch der Geist ist eine relationale Bezeichnung, da der Heilige Geist eine Beziehung zu Vater und Sohn einschließt." (Augustinus De Trinitatis).

Durch diese reflexive und relationale Interpretation bleibt schließlich nur noch die begriffliche Bedeutung von "Sohn" und "Geist" übrig, die keine verstehbare und vernünftige Funktion mehr hat. Sie wird zum Mysterium fidei, zum  schwer ergründbaren Geheimnis des Glaubens, zum innergöttlichen Geheimnis, welches man, mit frommen Legenden versehen, beliebig einsetzen kann, vor allem zur Begründung der "Offenbarungen" der Kirche, für die es  keine anderen vernünftigen Erklärungen mehr gibt. Ansonsten weiß aber niemand mehr so recht, wozu dies Glaubensgeheimnis eigentlich nützt oder einmal genützt hat.

Ehe wir zu Maria zurückkehren, muss noch ein Abstecher zu den ersten Konzilien gemacht werden, die zur Erhellung der Hintergründe der Göttlichkeit Jesu,  der Stellung seiner Mutter in der Kirche und der Rolle des Hl. Geistes bei diesem Geschehen, notwendig sind.

 

Die Konzilien

oder "Der menschlich, ach, allzu menschliche Gott".

(Lesen Sie dazu auch die Stimmungsbilder von den Konzilien)


"Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, dass unsere heutigen Religionen der Religion Christi so wenig gleichen wie jener der Irokesen. Jesus war ein Jude, und wir verbrennen Juden. Jesus predigte Duldung, und wir verfolgen. Jesus predigte eine gute Sittenlehre, und wir üben sie nicht aus. Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, die Konzile aber haben reichlich dafür gesorgt. Kurz, ein Christ des 3. Jahrhunderts ist einem Christen des 1. gar nicht mehr ähnlich. (Friedrich der Große, preuß. König, 1712-1786)



Das Konzil von Nicäa (325).

 

Das erste ökumenische Konzil wurde 325 abgehalten und von dem römischen Kaiser Konstantin I. einberufen. Anlass war ein Streit darüber, ob Jesus Christus nun Mensch oder Gott gewesen sei. Der alexandrinische Presbyter Arius mit einer Anhängerschaft, die teilweise dem Rest der Christenheit zahlenmäßig sogar überlegen war lehrte, dass Gott der absolut Eine, transzendente und in sich ruhende Gott sei, der weder eine Vielheit in sich selbst, noch eine Beziehung und Verbindung mit der Welt zulasse. Der Logos (in Gestalt Jesu Christi) ist für ihn dann als Urbild der Schöpfung zwar das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, das vollendete Geschöpf, höchster Prophet, aber er gehört nicht Gott selbst an, weil er gezeugt wurde, also nicht Gott im selben Sinne wie der Vater sein könne.

Damit argumentierte er, nach allem was wir heute wissen, sicherlich im Selbstverständnis Jesu. Da solche Fragen damals sehr schnell hochpolitisch werden konnten, schlugen die Wogen darüber so hoch, dass Kaiser Konstantin schließlich wohl die Einheit des Reiches gefährdet sah und gegen seine eigene Überzeugung gezwungen war, das erste Kirchenkonzil 325 in Nicäa einzuberufen, um über diese Frage zu entscheiden. Er selbst war der Auffassung, es gehe hier doch um eine Angelegenheit von recht geringer Bedeutung, es handele sich ja nicht um wichtige Vorschriften des göttlichen Gesetzes, vielmehr um Spitzfindigkeiten ohne praktische Lebensbedeutung, dem Volk ohnehin unverständlich. Nicht das Dogma sei das Zentrum der Religion, sondern Ethos und Ritus. Trotzdem wurde eine Klärung der Frage wegen der Unversöhnlichkeit beider Seiten unumgänglich. Nachdem die Bischöfe sich in Nicäa zunächst nicht einigen konnten, wurde der Rat des damals noch ungetauften Kaisers eingeholt, welcher, der ganzen Angelegenheit wohl überdrüssig, den Widerständlern mit Exil drohte. Vielleicht gefiel ihm auch die Bezeichnung "Homousios" = wesensgleich und somit wurde Jesus Christus wesensgleich mit dem Vater in den Götterstand rechtskräftig per erzwungener Mehrheit verabschiedet und auch gleich ein Glaubensbekenntnis aus der Taufe gehoben, welches der Rest der Christenheit dann später brav nachplappern durfte. Da man den Geist aber nicht erzwingen kann, ging der Streit über Jesu Natur jahrzehntelang nach dem Konzil weiter. Arius selbst wurde mit dem Kirchenbann belegt und ins Exil geschickt, da seine Anhängerschaft aber recht groß war holte ihn Kaiser Konstantin, nachdem etwas Gras über die Sache gewachsen war zurück und setzte ihn wieder in sein Amt ein.

Kurz vor seinem Tode ließ sich Konstantin pikanterweise von Bischof Eusebios von Nikomedien, einem Arianer, taufen und zeigte damit, wo er wirklich stand.


 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kirche übernahm als offizielle Position das Nicäanische Glaubensbekenntnis (Nizänum), das Christus als wesensgleich mit Gott definierte und die Grundlagen für eine "Dreifaltigkeit" prägte. Trotz der Verurteilung starb die Lehre des Arius bis ins 7. Jh. nicht vollständig aus und verschmolz dann mit dem Islam (Jesus als Prophet, jedoch nicht als Gott).

(Stimmungsbilder vom Konzil von Nicäa (325)

 

 

Das 1. Konzil von Konstantinopel (381).

 

Dieses Konzil war das 2. ökumenische Konzil der Kirche. Es wurde von Kaiser Theodosius I. einberufen, dem Kaiser des Oströmischen Reiches. Das Konzil ist bekannt und in die Geschichte eingegangen durch sein Glaubensbekenntnis, welches als "Nicäno-Konstantinopolitanisches" Gemeingut aller großen christlichen Bekenntnisse ist und sich vom Nizänischen hauptsächlich dadurch unterscheidet, dass es ein erweitertes Bekenntnis zum Heiligen Geist und seinem Heilswirken enthält. Es vermeidet den Ausdruck "Homousios" für den Geist und umschreibt seine Gottheit indirekt durch die Gebetssprache, indem es von ihm als "Herrn und Lebensspender" spricht, "der vom Vater ausgeht" und "zugleich mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird". Theodosius erhob den (nizänischen) Katholizismus mit der trinitarischen Erweiterung durch den Heiligen Geist zur "Staatsreligion"! Alle Andersgläubigen sollten als Häretiker verfolgt werden.

(Stimmungsbilder vom Konzil von Konstantinopel (381)

 

 

Konzil von Ephesus, Ephesus I (431).

 

Drittes allgemeines oder ökumenisches Konzil der christlichen Kirche, das in Ephesus (heute Türkei) abgehalten wurde. Die Versammlung wurde von Theodosius II., dem Kaiser von Ostrom, einberufen, um die Auseinandersetzung zu beenden, die durch den Nestorianismus hervorgerufen worden war.

Der Streit nahm seinen Anfang, als Nestorius (gestorben um 451), der Patriarch von Konstantinopel, sich weigerte, den Titel „Gottesmutter“ für Maria, die Mutter von Jesus Christus, zu akzeptieren. Verfechter seiner Ansicht hoben die Verschiedenartigkeit der menschlichen und der göttlichen Natur Christi hervor und gingen davon aus, dass er zwei voneinander getrennte Wesen darstelle, ein göttliches und ein menschliches, die in Übereinstimmung miteinander gehandelt hätten. Dementsprechend betrachteten sie Maria als Mutter des Menschen Jesus, nicht des göttlichen Jesus. Dem stand jedoch der bereits anerkannte Lehrsatz entgegen, dass Christus eine einzige Person gewesen sei, gleichzeitig Gott und Mensch. Unter der Führung Cyrills, des Patriarchen von Alexandria, setzte das Konzil Nestorius ab und verurteilte seine Lehre. Die Versammlung erklärte, dass Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sei, dass er zwei Naturen (eine menschliche und eine göttliche) in seiner Person vereine.  Als logische Konsequenz dieser Ansicht bestätigte das Konzil den Titel Marias als „Gottesmutter“ (griechisch theotokos: Gottesgebärerin). Wie der Stimmungsbericht über das Konzil zeigt, kam es zu einem wirren Durcheinander, teilweise tagte ein Gegen-Konzil in derselben Stadt, das Konzil konnte die Gegensätze nicht überbrücken, bewirkte Spaltung und sein unmittelbares Ergebnis war der Bruch zwischen den beiden großen Patriarchaten Alexandrien und Antiochien. Die Gegensätze traten dann auf der Räubersynode von Ephesus (449) erneut zutage.

(Stimmungsbilder vom Konzil von Ephesus I (431)

 

Die Räubersynode von Ephesus, Ephesus II (449).

 

Das Konzil begann am 8. August 449 und wurde von Kaiser Theodosius II einberufen. (Anm.: Bis zum 12. Jh. waren die Bezeichnungen "Konzil" und "Synode" gleichbedeutend, danach tagte die Synode regional meist auf Diözesanebene, während das Konzil überregionale, die ganze Kirche betreffende Beschlüsse fasste. Aus verständlichen Gründen wurde die "Räubersynode" nachträglich nicht den "ökumenischen" Konzilien zugeordnet.)

Das Konzil tagte unter Vorsitz des Patriarchen von Alexandrien Dioskoros, dem Nachfolger von Cyrill in Alexandrien. Der Abt  Eutyches fand zu der (erweiterten) Glaubensthese, dass Christus aus zwei Naturen, aber nicht in zwei Naturen inkarniert sei. Seine Menschheit würde durch die Gottheit aufgesogen, wie ein Tropfen Wasser im Meer. Die Gottheit "verschlinge" also den Menschen in Jesus (Eutychianismus). Dioskoros,  stand auf der Seite von Eutyches. Sein wichtigster Gegner war Patriarch Flavian von Konstantinopel, der zuvor von Eutyches das Bekenntnis zu dem einen Christus in zwei bleibenden Naturen verlangt hatte, was dieser verweigerte. Dioskoros, mit der Mehrheit der Bischöfe hinter sich, verurteilte Flavian, da dieser dem Glauben von Nicäa etwas hinzugefügt hätte, was dort nicht stehe, nämlich die Glaubensformel "in zwei Naturen". Den Widerstand dagegen ließ Dioskoros  durch Schlägertrupps niederknüppeln; Flavian soll nach der Überlieferung drei Tage später an den Folgen dieser Schlägerei das Zeitliche gesegnet haben. Eine römische Synode unter Papst Leo dem Grossen (440-461) verurteilte ihrerseits kurz darauf die Beschlüsse der Räubersynode, jedoch erwiderte Dioskoros, der vom Kaiser unterstütz wurde, der römische Bischof habe sich nicht in die Angelegenheiten des Ostens einzumischen. Zum ersten Mal in der Geschichte war die Frage des Verhältnisses des römischen Bischofs zu einem Konzil, welches sich ökumenisch bezeichnete, scharf und unausweichlich gestellt.

(Stimmungsbilder von der Räubersynode (449)

 

Konzil von Chalkedon  (451).

 

 Das 4. ökumenische Konzil wurde auf Wunsch des Ostkaiser Markian unter Billigung Papst Leo I. einberufen, um die Beschlüsse der so genannten „Räubersynode“ von Ephesus wieder aufzuheben und die eutychianische Kontroverse zu beraten. Etwa 350 Bischöfe nahmen an den 17 Sitzungen teil, die zwischen dem 8. Oktober und 1. November abgehalten wurden. Das Konzil verurteilte den Eutychianismus (von der Räubersynode noch anerkannt), auch Monophysitismus genannt, jene Lehrmeinung, nach der Jesus Christus nur eine einzige, und zwar göttliche, jedoch keine menschliche Natur besitze. Die Definition von Chalkedon, die sich auf Papst Leos Formulierungen in seinem Brief an Flavian, den Bischof von Konstantinopel, gründete, sowie auf die Synodalbriefe von Cyrill von Alexandria an Nestorios, legte fest, dass Jesus Christus sowohl eine göttliche, als auch eine menschliche Natur besitze, die untrennbar voneinander seien (Zweinaturenlehre).

Das Konzil verkündete darüber hinaus 27 kirchenrechtliche Vorschriften, welche die kirchliche Disziplin und Hierarchie sowie das geistliche Verhalten regelten, und die alle von der Westkirche angenommen wurden. Von der Kirche des Westens abgelehnt wurde dagegen die 28. Vorschrift, die dem Bischof von Konstantinopel den Titel eines Patriarchen und damit einen Status gleich dem des Papstes von Rom verliehen hätte.

(Stimmungsbilder vom Konzil von Chalkedon (451)

 

Im weiteren Verlauf werden   die vier bisherigen ökumenischen Konzilien (Nicäa, Konstantinopel I, Ephesus I, Chalkedon) festgeschrieben und klar von Konzilien minderen Ranges (z.B. Seleukia - Rimini und Ephesus II) abgegrenzt. Damit war das Bewusstsein herausgebildet, dass die bisher anerkannten vier ökumenischen Konzilien letzte unfehlbare Autorität des wahren Glaubens darstellten. Im 6. Jahrhundert taucht der Vergleich der "vier heiligen Synoden" mit den vier Evangelien auf, mit denen sie ebenso anzunehmen und zu verehren seien. Die streitbaren Gewinner der synodalen bzw. konziliaren Streitgespräche wurden heilig gesprochen, die Verlierer traf der Kirchenbann. Der Schritt zu den nicht mehr hinterfragbaren, ewigen Wahrheiten war dann nicht mehr weit.

 

Zusammenfassung

 

"Wer sähe nicht, wenn er die Geschichte der Kirche durchläuft, dass sie Menschenwerk ist! Welch eine erbärmliche Rolle lässt man Gott darin spielen!"
(Friedrich der Große, preuß. König, 1712-1786)

 

Die Geistesgeschichte der Kirche ähnelt eher einer Geistergeschichte, die sich, wie die Stimmungsbilder von den Konzilien zeigen, nur unter Anwendung von  Zwangsmaßnahmen bis hin zum Totschlag,  unter Einsatz von Rollkommandos, Schlägertrupps, Polizei und Militär, Exkommunikationen, Verbannungen, gegenseitigen Verurteilungen und Absetzungen (und später dann mit Scheiterhaufen und Folterkammer) durchsetzen ließ. Sich bei solchen Methoden der "Wahrheitsfindung" auch noch eines göttlichen Geistes zu bedienen zeugt schon von einer  Unverfrorenheit, welche aus der "Usía" dieses  Geistes herstammen muss. Die heutigen Sanktionen der Kirche zur Durchsetzung ihrer Lehren sind lediglich subtiler gewordene Strafmaßnahmen  (Entzug der Lehrerlaubnis, Strafversetzung (einst Verbannung), Existenz gefährdende Maßnahmen für die in Diensten der Kirche Tätigen (einst wie jetzt Exkommunikation), Aufruf zur Denunziation. (Siehe "Redemptionis Sacramentum" aus dem Jahre 2004).

 

"Je mehr Licht man in die Kirchengeschichte bringt, desto dunkler wird's".
(Heinrich Wiesner, dt. Aphoristiker, 1925-)

 

Das führt zu folgenden Feststellungen:

1. Die "göttlichen" Eigenschaften Jesu Christi  wurden unter Anwendung von Methoden eines orientalischen Basars    verhandelt, teils unter Einsatz von Zwangsmaßnahmen, dann per definitionem festgelegt, schließlich befohlen und verabsolutiert und spätestens seit der Aufklärung, als sie nicht mehr haltbar waren, mystifiziert. Mysterium fidei!

2. Die Geistesgeschichte des Heiligen Geistes ist bis heute nicht zu Ende gedacht, seine Identität immer noch nicht festgestellt, wie die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Orthodoxen und übrigen Christen zeigen. Ist er Wesen oder Geschöpf? Substanz, Hypostase,  oder Hypothese? vom Vater, vom Sohn oder von beiden ausgehend? Relationale Realität (Augustinus) oder "Ich weiß nicht was" (Anselm von Canterbury) oder letztlich eben auch nur: Mysterium fidei!

3. Da man bis heute nicht weiß, wes' Geistes Kind der Heilige Geist ist, welchen Wert haben dann die "Offenbarungen" der Kirche, welche sich auf den Heiligen Geist berufen? Mysterium fidei!

4. In der Denkgeschichte (und um eine solche handelt es sich nur) entstand der Heilige Geist erst einige Jahrhunderte nach der Inkarnation des Logos-Christus. Wie kann er dann im Nachhinein der göttliche Befruchter Mariens sein? Mysterium fidei!

 

"Die Kirchengeschichte ist die beste Schule, um an dem Dasein eines Gottes als Weltenlenkers zu zweifeln". Franz Camille Overbeck, ev. Theologe, 1837-1905)

 

Damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt dieses Kapitels, bei Maria, deren Eigenschaften als Gottesmutter und Gottesgebärerin nicht ohne die Geistesgeschichte der Kirche und die Geschichte der Konzilien verstanden werden können, denn Maria wurde ja erst im Jahre 431 in Ephesus nachträglich zur Mutter Gottes ernannt, nachdem die Gegner dieser Titulierungen mundtot gemacht waren und die Doppelnatur Jesu, um die es seit Nicäa 325 Streit gab, erneut festgestellt wurde.

 

 

 

 

Du Trost der Betrübten zur Gnade bereit;
Du Stärke der Schwachen, beschütz' mich im Streit;
Wenn wider mich kämpfen Fleisch, Hölle und Welt,
Sei du mir als Zuflucht zur Seite gestellt!

 

 

 

 

 

 

 

Betrachten wir uns nun einige Glaubensaussagen aus dem  Katechismus der Katholischen Kirche:

 

Empfangen durch den Heiligen Geist...

"485 Die Sendung des Heiligen Geistes ist stets mit der des Sohnes verbunden und auf sie hingeordnet. Der Heilige Geist wird gesandt, um den Schoß der Jungfrau zu heiligen und göttlich zu befruchten;"

Kommentar: Wie wir inzwischen wissen, entwickelte sich eine Theologie des Heiligen Geistes im Rahmen der Auseinandersetzungen über das Verhältnis von Jesus zu Gottvater beginnend in Nicäa 325, über Konstantinopel I 381, zum "filioque" des 9. Jahrhunderts, welches 1054 zur Kirchenspaltung führte und noch heute Streitpunkt ist. Das zeigt, dass der Heilige Geist über seine Existenz in persona - bis zum heutigen Tag - noch keine Auskunft gegeben hat getreu der Regel: "Nemo iudex in sua causa" (niemand kann Richter in eigener Sache sein). Wir haben es also mit einem Phantom zu tun, welches nachträglich als Faktotum auch zur göttlichen Befruchtung der Jungfrau herhalten musste. Johannes Paul II weiß dann in seiner Eucharistieschrift vom Jahre 2003, dass Maria "ihren jungfräulichen Schoß für die Inkarnation des Wortes Gottes dargeboten hat". Vielleicht kommt man so der Sache etwas näher?

 

...geboren von der Jungfrau Maria

Die Vorherbestimmung Marias

488 "Gott hat seinen Sohn gesandt". Um aber diesem "einen Leib zu bereiten", sollte nach seinem Willen ein Geschöpf in Freiheit mitwirken. Zu der Aufgabe, Mutter seines Sohnes zu sein, hat Gott von aller Ewigkeit her eine Tochter Israels, eine junge Jüdin aus Nazareth in Galiläa, ausgewählt, eine Jungfrau, die "mit einem Mann namens Josef verlobt [war], der aus dem Hause David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria".

Kommentar: Es ist immer wieder faszinierend festzustellen, wie kirchliche Autoren behaupten, den "Willen Gottes von aller Ewigkeit her" zu kennen. Und warum ließ Gott sich mit der Jungfrau  14 Milliarden Jahre  Zeit? Auch ist es völlig unerheblich, ob Josef aus dem Hause Davids stammte, um die alte Weissagung der Abkunft Jesu zu untermauern, da ja nicht er, sondern der Heilige Geist der göttliche Befruchter war! Zudem steht die Behauptung der Abstammung aus dem Hause Davids auch anderweitig auf wankender Grundlage, denn die beiden Genealogien bei Lukas und Matthäus weisen erhebliche Unterschiede auf: bereits der Vater des Josef heißt bei Lukas "Eli", bei Matthäus hingegen "Jakob"!

 

Die unbefleckte Empfängnis

491 "Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewusst, dass Maria, von Gott "mit Gnade erfüllt", schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist. Das bekennt das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Pius IX. verkündigt wurde."

Kommentar: Hören wir uns an was Pius IX. (1846 - 1878) im Jahre 1854 zu sagen wusste: Denz. 1641 [2803]: "Zu Ehren der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, zur Zierde und zum Schmuck der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion erklären, verkünden und definieren Wir in Vollmacht unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und kraft eigener Vollmacht: Die Lehre, welche besagt, dass die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch eine einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste des Menschenerlösers Jesus Christus von aller Makel der Erbschuld unbefleckt bewahrt geblieben ist, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und unerschütterlich zu glauben..."

Zusatz-Kommentar: Als ob er dabei gewesen wäre. Gott sei Dank  hat Gott nicht alles offenbart, was man ihm in die Schuhe schieben will, denn die "Offenbarungen" der Kirche erweisen sich  nach heutiger Beurteilung  als Ergebnisse höchst suspekter  Konzilien, geprägt vom naturphilosophischen  Kenntnisstand und von einer sexualfeindlichen Moral in der damaligen Zeit, die mittels  Mythos und Allegorie  in eine Theologie umgeformt wurden. Und so werden von der katholischen Kirche folgende fünf "tiefschürfenden Begründungen" zur Stützung des Dogmas herangezogen:

- Die Reinheit und Sündenlosigkeit Jesu wie auch Marias lassen es als notwendig erscheinen, dass seine Zeugung auf die direkte Einwirkung der Kraft Gottes zurückzuführen sei. Zu dieser Auffassung tragen auch viele offizielle liturgische Texte bei. (Anm.: Wer glaubt, dem lieben Gott seine eigenen "unreinen und sündigen" Fantasien unterstellen zu müssen, muss schon recht kindliche Gottesvorstellungen haben! Dazu auch M17. )
- Die Notwendigkeit eines Ausschlusses der Erbsünde von Jesus erfordert eine nichtsexuelle Zeugung. (Anm.: Wie vorstehend).
- Die sexuelle Zeugung hätte die radikale Verfügbarkeit Marias (Anm.: Was immer das sein mag) geschmälert und sie ins Partikuläre des Generationenprozesses versetzt. (Anm.: Warum auch nicht?)
- Die wunderbare Empfängnis war für Maria und Josef ein Hinweis auf die Messianität ihres Kindes. (Anm.: Ein Hinweis, den beide wohl nicht begriffen, denn 
 ungeachtet aller himmlischen Enthüllungen, verstehen sie weder den geistgetriebenen Simeon, der das Jesuskind im Tempel als künftigen Messias preist (Lk. 2, 25-33), noch verstehen sie dort den jungen Jesus: "Wusstet ihr nicht, dass ich im Hause meines Vaters sein muss?" (Lk. 2, 48-50). Ja, bei Beginn seiner Lehrtätigkeit ziehen die vergesslichen Angehörigen Jesu hinaus, um ihn mit Gewalt zu holen, denn sie vermuten:  »Er ist von Sinnen« (Mk. 3,21).
- Als tiefster Grund wird angeführt, dass die Gottessohnschaft Jesu letztendlich diese Weise der Menschwerdung erforderlich mache. (Anm.: 1. Ein "circulus vitiosus" wie so oft in der Argumentation der Kirche; ein Argument, das auf Prämissen beruht, die das zu Beweisende bereits voraussetzen. 2. "Erforderlich" nur in der kranken Fantasie zölibatärer Kleriker.) ( Siehe auch "Marianische Dogmen").

 Heute  stellt sich die unbefleckte Empfängnis  wie folgt dar:  Zuerst verabschiedet  man Jesus a posteriori  dogmatisch in den  Gottesstand ( Nicäa 325;  Konstantinopel 381). Daraufhin  folgt im Procedere seine Mutter, die ihr nunmehr göttliches Kind ohne "Sünde" (als solche empfand man seinerzeit, wie heute, den Vorgang beim menschlichen Zeugungsakt) empfangen und gebären musste. Schließlich  wird der Rest der Menschheit, zur Abgrenzung gegenüber dem "Göttlichen" und für den Erlösungsmythos des "Jesus-Logos", durch  Augustinus'*) Erbsündenlehre mit dem Makel der "Erbsünde" belegt (ca. 412 - 415), ein Makel, welchem ebenfalls der Zeugungsakt und die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes zugrunde liegt. Als logische Konsequenz kann nun die "reine" Gottesmutter, die Mutter Jesu, die Gottesgebärerin (Ephesus 431) selbst nicht mit der "Sünde" befleckt und deshalb auch nicht mit dem Makel einer "Erbsünde" geboren worden sein. 

*)Augustinus deutete hier seine eigenen ausschweifenden sexuellen Erfahrungen und ödipalen Schuldkomplexe aufgrund psychischer mütterlicher Abhängigkeiten recht eigenwillig in den Römerbrief  5, 12 hinein, indem er seinem individuellen  Schuldempfinden einen universellen Status verleiht und damit seelische Entlastung erfährt.  ("Da ermöglichte ihm Romanianus... die Fortsetzung seines Studiums in Karthago. Die durch ihren Luxus und ihre Sittenlosigkeit berüchtigte Handelsmetropole zog den Provinzler an. Obwohl er mit Eifer studierte, genoss Augustinus seine Freiheit und die Freuden des weltlichen Lebens; er stürzte sich in den Strudel der Liebesabenteuer und wurde das Opfer seiner Leidenschaft und Sinnlichkeit...." "Augustinus' Mutter, Monnica, war eine gläubige Christin von schlichter, inniger Frömmigkeit; sie hatte auf Leben und Werdegang ihres Sohnes entscheidenden Einfluß. In dankbarer Liebe und Verehrung hat ihr A. später in seinen »Confessiones« ein unvergleichliches Denkmal gesetzt..."  [Aus: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band I, Traugott Bautz, 1990]).
Das Skandalöse daran ist, dass man diese als pathologisch erkannten Denkmuster, (ekklesiogene Neurosen)  allen Gläubigen unerschütterlich zu glauben auferlegt!! Ist die Frage erlaubt, warum der Status der Reinheit und Sündenfreiheit  nicht auch schon bei Jesu Großmutter und Urgroßmutter mütterlicherseits zwingend notwendig war?

 

"Mir geschehe nach deinem Wort...

494 "Auf die Ankündigung, dass sie durch die Kraft des Heiligen Geistes den "Sohn des Höchsten" gebären werde,  ohne einen Mann zu erkennen, antwortet Maria im "Gehorsam des Glaubens", in der Gewissheit, dass "für Gott nichts unmöglich" ist: "Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort".

Kommentar: Über die Eigenschaften des Heiligen Geistes sind wir hinreichend aufgeklärt (siehe oben). Origenes, Kirchenvater des 2./3. Jh. bemerkt: "Da sieht man mal, in welche Tiefen des Unsinns der Mensch abzusteigen bereit ist, wenn er nur zu frommen Versicherungen wie, 'bei Gott ist nichts unmöglich' seine Zuflucht nehmen kann". (Kein Wunder, dass er mit dem Kirchenbann belegt wurde!) Und Jesuitenpater Coyne, Leiter des päpstlichen Observatoriums bis 2006: "Wer Gott als den "großen Gott der Lücken" hinzuzieht, um Dinge zu erklären, die er ansonsten nicht erklären kann, hängt einem Götzenbild an, das sich kaum von der Anbetung des Goldenen Kalbs unterscheidet, von dem die Bibel berichtet. Recht hat er!

 

Du Meerstern, ich bitte, dein Licht auch erteil'

Verfinsterten Seelen zum ewigen Heil; 
Die irren im Glauben, erleucht' und bekehr' 
zur wahren Erkenntnis der christlichen Lehr!

 

Die Jungfräulichkeit Marias

497 "Die Berichte in den Evangelien fassen die jungfräuliche Empfängnis als ein Werk Gottes auf, das über jedes menschliche Verständnis und Vermögen hinausgeht. Der Engel sagt zu Josef von Maria, seiner Braut: "Das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist". Die Kirche erblickt darin die Erfüllung der Verheißung, die Gott durch den Propheten Jesaja gegeben hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären".

Kommentar: Die hebräische "Alma" gleich "junge Frau" in Jesaja 7,14 wird in der griechischen Septuaginta - Übersetzung zur "Parthenos" gleich "Jungfrau"; auf diesem Übersetzungsfehler beruhend auf dem Konzil zu Ephesus 431 zur jungfräulichen "Theotokos" gleich "Gottesgebärerin ernannt, 1854 durch Pius IX im Dogma selbst unbefleckt empfangen, durch Pius XII dann 1950 leiblich in den Himmel gehoben, wo sie nun in Ewigkeit als "Aeiparthenos" gleich "allzeit Jungfräuliche" thront. Das ist Kirche, wie sie leibt und lebt.

 

 

 

 

Maria - "allzeit Jungfrau"

499 "Maria ist stets wirklich Jungfrau geblieben, auch bei der Geburt des Mensch gewordenen Gottessohnes. Durch seine Geburt hat ihr Sohn "ihre jungfräuliche Unversehrtheit nicht gemindert, sondern geheiligt".

 

 

 

 

 

500 "Man wendet manchmal dagegen ein, in der Schrift sei von Brüdern und Schwestern Jesu die Rede. Die Kirche hat diese Stellen immer in dem Sinn verstanden, dass sie nicht weitere Kinder der Jungfrau Maria betreffen. In der Tat sind Jakobus und Josef, die als "Brüder Jesu" bezeichnet werden, die Söhne einer Maria, welche Jüngerin Jesu war und bezeichnenderweise "die andere Maria" genannt wird. Gemäß einer bekannten Ausdrucksweise des Alten Testaments handelt es sich dabei um nahe Verwandte Jesu."

Kommentar: Das ist vorsätzliche Irreführung.  Die griechischen Wörter für Bruder (adelphos) und für Schwester (adelphe) können zwar im weiteren Sinne verstanden werden, aber in erster Linie haben diese Wörter die Bedeutung von Kindern gemeinsamer Eltern. Sofern der Textzusammenhang nichts anderes nahe legt, bedeutet ein Wort das, was es sagt.  Um eine entferntere Verwandtschaft auszudrücken, stehen im Griechischen zwei andere Wörter zur Verfügung. In Kol 4,10 wird Markus von Paulus als "Vetter des Barnabas" bezeichnet. Paulus verwendet hier das griechische Wort anepsios, was eben Vetter (Cousin) heißt. Lukas verwendet das Wort syngenis, das eine allgemeinere Bedeutung von Verwandtschaft hat, um Elisabeth als Marias Verwandte zu beschreiben (Lk 1,36). Wären die Brüder und Schwestern Jesu also entferntere Verwandte wie Cousins und Cousinen, so würden im griechischen Grundtext andere Wörter stehen.

Wie wir bereits lesen konnten gingen die Kirchenväter Irenäus und Tertullian im 2. Jh. davon aus, dass Maria nach der Geburt Jesu vollen ehelichen Verkehr mit Josef hatte, dessen Früchte seine Geschwister waren. Und in der Bibel heißt es sehr eindeutig bei Markus 6,3 und sinngemäß bei Matthäus 13,55: "Von dort brach Jesus auf und kam in seine Heimatstadt... am Sabbat lehrte er in der Synagoge... und viele Menschen, die ihm zuhörten sagten: Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?... In diesem Zusammenhang macht es keinen Sinn, Brüder und Schwestern als Kinder einer anderen Maria identifizieren zu wollen.


Meerstern, ich dich grüße,
O Maria hilf!
Mutter Gottes süße,
O Maria hilf!
Maria hilf uns allen
Aus dieser tiefen Not!

 

 

Merke: "Maria ist stets wirklich Jungfrau geblieben, auch bei der Geburt des Mensch gewordenen Gottessohnes. Durch seine Geburt hat ihr Sohn ihre jungfräuliche Unversehrtheit nicht gemindert, sondern geheiligt".

(Katechismus der katholischen Kirche Nr. 499)

 

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